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„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ (Paul Celan). Was bedeutet dieser Topos mit Blick auf 100 Jahre deutscher Körpergeschichte? Ein Gespräch mit Prof. Bazon Brock über das Thema „Völkerschau und Totentanz. Deutsches Körper(welten)theater von 1905 bis heute“.<br/>Foto: Thementotems „Das Deutschsein des deutschen Designs“ Aspen 1996 © Th. Meyer, Düsseldorf aus www.bazonbrock.de/mediathek
„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ (Paul Celan). Was bedeutet dieser Topos mit Blick auf 100 Jahre deutscher Körpergeschichte? Ein Gespräch mit Prof. Bazon Brock über das Thema „Völkerschau und Totentanz. Deutsches Körper(welten)theater von 1905 bis heute“.
Foto: Thementotems „Das Deutschsein des deutschen Designs“ Aspen 1996 © Th. Meyer, Düsseldorf aus www.bazonbrock.de/mediathek
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Todespolitik als Welterlösungsstrategie der Deutschen

Im Gespräch mit Bazon Brock

Von Peer Zickgraf

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er Tod ist ein Meister aus Deutschland“ (Paul Celan). Was bedeutet dieser Topos mit Blick auf 100 Jahre deutscher Körpergeschichte? Ein Gespräch mit Prof. Bazon Brock über das Thema „Völkerschau und Totentanz. Deutsches Körper(welten)theater von 1905 bis heute“.

Einseitig.info (Peer Zickgraf): Als wir uns im Wallraff-Richartz Museum, wo Sie einen Vortrag hielten, verabschiedeten, haben wir uns kurz über das Thema meines Buches unterhalten. „Völkerschau und Totentanz“ versucht, den Horizont zu öffnen. Darin werden Gunther von Hagens und seine „Körperwelten“ betrachtet, um Anschlüsse an die Gegenwart herzustellen. Ich habe also versucht, das Phänomen des Totentanzes zu vergegenwärtigen.

Bazon Brock: Die Völkerschau ist ein Begriff aus dem 18. Jahrhundert. Seine tatsächliche Entfaltung hat er erst im 19. Jahrhundert gefunden, als man – analog zu dem entstehenden Museumsgedanken – also angelehnt an den Gedanken der Hagenbeckschen Zoologie in eigens gebauten Parks bzw. Freilichtmuseen Großfamilien oder sogar Clans aus afrikanischen, asiatischen, indianischen Populationen nach Europa brachte und ausstellte. Im 18. Jahrhundert ist so etwas schon einmal geschehen, zum Beispiel ist im Englischen Garten in Kassel eine Siedlung für Chinesen und Afrikaner errichtet worden. Totentanz ist natürlich die entscheidende Form, in der man Kulturbewusstsein präsentierte. Sub specie eternitatis, also „on the long run“, sind die heute Lebenden die Toten von morgen. Es läuft darauf hinaus, stets Kulturen der gewesenen Menschen zu betrachten – oder kurz: Kultur ist der Name für die Gemeinschaft von Toten. Totentänze wie der wohl berühmteste von Hans Holbein d.J. in Basel erlauben dem Betrachter, sich als Propagandisten des Todes zu imaginieren.

Der Nexus von Völkerschau und Totentanz zielt im 19. Jahrhundert auf die Vorstellung, dass mit Darwin die Evolution nun auch die Menschen in ihre Logik voll integriert habe. Vor diesem Hintergrund wurde bis zu den Primaten eine durchgehende, eindeutige Entwicklungskette postuliert, die als Teil des Fortschritts von der damaligen Gegenwart aus gesehen wurde. Deswegen wollte man verlebendigen, was tot war. So fing man an, Phantasien über  rekonstruierte Saurier und ausgestorbenene Tiere zu konkretisieren. Man phantasierte über die merkwürdigsten Erscheinungen der Evolution bis hin zu der von Haeckel aufgestellten Annahme, die Natur hätte sich selbst als Künstlerin in der Paläontologie dargestellt. Der Naturwissenschaftler nahm nämlich an, dass diese Vergegenwärtigungsformen vollauf kompatibel mit denen der Kunst seien. Kunst wurde als höchste Fähigkeit zur vergegenwärtigenden Rückerfindung der Evolutionsgeschichte verstanden. Man versteht die Geschichte als ein aufgefaltetes Zeitgebirge, in dem die verschiedensten des Gewesenen Schichten zum Vorschein kommen.

Einseitig.info: Das sind interessante Assoziationen...

Brock: Das ist ein Verweis auf einen anschauungszentralen Nukleus, der in dem Begriff Völkerschauen steckt. Was ist damit gemeint? Die Völkerschauen waren Zirkusattraktionen oder der Mittelpunkt der Hagenbeckschen Tier- und Menschenparks. Die Tierparkbesucher wurden zum Bestandteil des großen Tanzes evolutionärer Energien;  der Totentanz ist eben die verlebendigende Vergegenwärtigung des evolutionär Früheren, des historisch Überwundenen. Literaten, Musiker und bildende Künstler vollzogen diese Verlebendigung mit den Augen von Archäologen der Evolution, wobei sie versuchten, auch die erwartbaren Zukünfte schon in deren Entwicklungslogiken einzubeziehen. Der Künstler und Wissenschaftler Gunther von Hagens steht exemplarisch für diesen archäologischen Blick auf den Betrachter als zukünftigen Toten.

Er ist ein Meister dieser deutschen Kunst, alles Gegenwärtige schon als zukünftig Vergangenes zu sehen – man hatte ja in Deutschland die Angewohnheit, sogar die Tausendjährigkeit als Perspektive zu wählen. Vor diesem Hintergrund war alles, was gegenwärtig geschah, ein regelrechter Totentanz: Kinder wurden geboren, um vom Führer für den Feldzug geopfert zu werden. Der archäologische Blick von der Gegenwart auf die Gegenwart der Zukunft ist so etwas wie die Einkleidung des Kaisers in seine neuen Kleider. Der Kaiser ist eben der homo hominis homo, also der Mensch des Menschen im Bewusstsein der nackten Endgültigkeit Von Hagens Prinzip ist denkbar einfach: Wenn man sich ein Gebirge anguckt, befinden sich darunter die Ablagerungen, das heißt der Meeresboden ist gewissermaßen hochgefaltet worden. Auf diese Weise betrachtet man alle Systeme des Lebendigen mit dem durchdringenden Auge des Archäologen, Anthropologen, Zoologen, Evolutionsforschers und gelangt zum Kern der Sache. Dieser wurde durch die Röntgentechnik entdeckt. In „Doktor Faustus“ von Thomas Mann wird zum ersten Mal episch ausführlich der Moment gezeigt, in dem es Lebenden gelingt, sich selbst als zukünftige Tote zu sehen. Der Klinikchef lässt die beiden Hauptfiguren während einer Röntgenuntersuchung in ihr eigenes Inneres blicken,bzw. der Protagonist Hans Castorp erlebt zunächst die Untersuchung seines Cousins Joachim Ziemßen.

Einseitig.info: Inwiefern ist der Tod kulturgeschichtlich ein Meister aus Deutschland?

Brock: Das Problem ergibt sich aus der Bewirtschaftung des Todes. Hintergrund ist der Imperialismus, der sich im Ersten Weltkrieg, angestoßen durch Kaiser Wilhelm II nun auf Europa selber richtet. Wilhelm II schürte die Konkurrenz zu England als mächtigster Kolonialmacht. Dadurch entsteht die Notwendigkeit, nicht mehr nur mit dem Tod, etwa der aufständischen Araber im Mahdi-Aufstand sowie dem Tod der Inder oder der Afrikaner zu rechnen, sondern jetzt sind die Europäer selbst an der Reihe, so wie sie es im Dreißigjährigen Religionskrieg schon einmal erahnt hatten. Jetzt wird der Tod nicht mehr nur als Herrschaftssystem gegenüber außereuropäischen Kulturen in Stellung gebracht, sondern er wird nun als politisches Management verstanden. Diese gewaltsame, kriegerische Epoche geht letztlich aus dem Manchester-Kapitalismus hervor.

Ein Merkmal des Manchester-Kapitalismus ist ja, dass die Arbeit nicht den gerechten Anteil am Marktpreis der Produkte einbringt. Wie dumm waren die Manchesterunternehmer, die sich nie gefragt hatten, woher die Kaufkraft kommen soll, um die durch sie zum ersten Mail in Gang gesetzte Massenproduktion überhaupt abzusetzen: Sie zahlten ihren Arbeitern Hungerlöhne, obwohl gerade diesedie neue Klientel für die Massenproduktion hätten sein müssen. Dafür gibt es nur eine Antwort: Die Manchester-Kapitalisten haben nach der sozialdarwinistischen Methode mit dem Tod als ökonomischem Faktor und der Ausbeutung als Extinktion auch in der westlichen Welt gerechnet.

Diese aktive Bewirtschaftung, nicht nur Inkaufnahme des Todes, als politischer Faktor wurde auf deutscher Seite durch Wilhelm II im Ersten Weltkrieg als eine Auseinandersetzung zwischen Nationen kaschiert. Auch hier stellt sich die Frage: Für wie dumm musste man diese Politiker halten, die glaubten, dass man, nachdem man sich wechselseitig ausgelöscht habe, schließlich ans Ziel irgendeiner Politik käme. Dies bedeutet von vornherein die Anmaßung, man könne es nicht nur mit den Göttern, sondern gleich mit dem Tod aufnehmen und die Logik des politischen Mordes als Rechtfertigung für eine Strategie ausgeben, ohne dass Gefahr bestünde, bis zum letzten, also dem eigenen Tod, gehen zu müssen. Aber wie man in Verdun gesehen hat, gab es eine stehende Konfrontation und es ging keinen Meter vor oder zurück: Man verstand Verdun eben als Vernichtungs-, ja als Todesfabrik. Dort wurden systematisch Leute in den Tod geschickt, es ging also im Kern nicht um Geländegewinn, sondern um die Produktion von Toten.

Es fand nichts anderes als die massenindustrielle Produktion von Toten statt. Wie der damals geläufige Begriff „ausbluten“ zeigt, sollte dieses Szenario so lange weiter getrieben werden, bis die Gegner keine Soldaten mehr ins Feld bringen konnten, da sie ausgeblutet waren. Die Logik war: Erst brauchte es Manchester für die Wundertechnologie der massenhaften Waffenproduktion, dann konnte im Ersten Weltkrieg der Beweis für die Effektivität der Waffenproduktion erbracht werden. Blickt man zurück, haben die Manchesterkapitalisten bis heute nichts lernen müssen – auch wenn die Waffen inzwischen als Feuerkraft des Kapitals gewertet werden.

Die deutschen Todesmeister verkündeten, der Vernichtungskrieg sei nur dann ein Beweis für die Richtigkeit der Bewirtschaftung des Todes als politischer Maßnahme, wenn er von ihnen gewonnen werde. Als das Kaiserreich den Krieg verlor, wurde das Resultat des Ersten Weltkriegs natürlich nicht als Beweis für die Rechtfertigung des eigenen Vorgehens anerkannt. Dafür präsentierte man Ausreden wie die Dolchstoßlegende oder wie die internationale jüdische bolschewistische Verschwörung.

Einseitig.info: Sie meinen, es habe eine systematische Orientierung auf die Logik der Dummheit gegeben: Gerechtfertigt sei, was mir nützt und die Barbarei der Gegner bewiese sich in dem Schaden, den sie mir zufügen?

Brock: Nietzsche hat dies als Notwendigkeit des beschränkten Horizonts beschrieben. Das heißt, wer sich auf diese Logik einlässt, muss sich selbst in seiner Intelligenz beschränken und das kompensiert er, indem er sich für allmächtig hält. Die kulturhistorisch und psychologisch bedeutsame Methode, Blödheit oder Dummheit zu erzielen, besteht darin, sich mit dem Gedanken der gottähnlichen Allmacht auszustatten. Die systemnotwendige Beschränktheit ist also ein politischer Aspekt, der den Weltbeherrschungswahnsinn aller Zeiten ermöglichte. Alle, die an der Effektivitätssteigerung des kapitalistischen Systems – also der Beweiskraft der Logik der Dummheit – beteiligt sind, dürfen sich von der Selbsterhaltungsvernunft verabschieden durch pathetische Selbstübergipfelung bis hin zur Zuschreibung göttlicher Kräfte. Das hat wirksame Magie, die sich in dem Rechtfertigungsbekenntnis ausdrückt: Wir werden siegen, weil wir siegen müssen. (Goebbels) Das gilt verstärkt  heutzutage: Zum Beispiel hat der Chef von Morgan Stanley, der größten Bank nach der Lehman-Pleite gesagt, er vollende das Werk Gottes, und zwar mit eben jener Katastrophe, die er 2008ff. anzurichten half. Der Chef von Lehman Brothers hat in Lehrvideos  die Botschaft verkündet: 'Bringen Sie mir die Gegner lebendig, ich will ihnen das Herz aus dem Leibe reißen, ich will sie zwischen meinen Daumen zerquetschen.' Auf derartige Tötungslust verpflichtete der Lehman-Chef Dick Fuld seine Mitarbeiter. Das wurde zur bestimmenden Strategie jener mustergültigen Repräsentation der Glorie der Finanzindustrie, die unter dem Namen Lehman Brothers weltweit als beispielhaft erfolgreich verehrt wurde.

Einseitig.info: Tendiert man nicht bereits beim Erzählen und Aufschreiben von Geschichte(n) zur Allmachtsphantasie?

Brock: Ganz recht, das Schreibunternehmen beginnt ja schon mit dem Vorsatz, so zu tun als ob ich der Einzige wäre. Siehe Goethe: Lebt‘ ich denn, wenn andere leben. Ich muss mich also mit Exklusivitätsanspruch gegen die Relativierung durch Konkurrenten zur Wehr setzen. Das ist ein Psychomechanismus, der auf allen Ebenen gilt, unter anderem auch beim Schreiben. Goethe hat also gemeint, Künstler dürften sich nicht eingestehen, dass andere genauso gut sind wie sie selbst und auch noch besser schreiben. Dann könnte ein  Dichter überhaupt keinen Fuß vor die Tür setzen.

Einseitig.info: Wenn man sich auf die Frage konzentriert, ob der Tod ein Meister aus Deutschland sei, was sollte man beachten, um keine unzulässigen Verkürzungen hervorzurufen? Wie sollte man am besten vorgehen?

Brock: Der beste Kenner für dieses Problem und das entsprechende Verfahren ist Hartmut Zelinski aus München, der 1976 zum Jubiläum des Bayreuther Unternehmens – also 100 Jahre Bayreuth – eine große Dokumentation über Wagner herausgebracht hat und sich seitdem mit solchen Fragestellungen beschäftigt. Zum Beispiel heißt es bei Wagner: „Die Erlösung des Judentums ist die Erlösung vom Judentum.“ Das ist eine Wagnersche Formulierung aus den 1850er Jahren. In den entsprechenden „Regenerationsschriften“ meint Wagner, dass den Deutschen die schwere Aufgabe der Erlösung des Judentums zufalle, wenn sie sich nur „von aller falschen Scham befreiten“. Damit hat Wagner das Programm Todespolitik als Welterlösungsstrategie der Deutschen ein für alle Mal verbindlich festgehalten. In seinen Bekenntnisbüchern kann das wortwörtlich nachgelesen werden: Zelinski hat dies in besonderer Weise hervorgehoben als die Ideologie von Erlösung durch Untergang. Letztere folgt scheinbar einer theologischen Begründung – die meisten gläubigen  Christen sind ja der Ansicht, die Welt müsse untergehen bevor der Heiland wiederkehren könne; das heißt, die Apokalypse ist die Voraussetzung der Auferstehung von Jesus Christus und der Begründung des Reiches Gottes. Aber schon die theologischen Zusammenhänge wurden falsch verstanden, denn die Apokalypse heißt eben nicht Weltuntergang als Voraussetzung für die Stiftung des himmlischen Jerusalems – das ist ein Vorurteil der historischen Übersetzungen.

Zu Ihrer Frage: Ist der Tod ein Meister aus Deutschland? kann ich in Bezug auf Ihr Buch wenig sagen, da ich es nicht kenne. Die Celansche Formulierung „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ wurde von Rüdiger Safranski in seiner Heidegger-Biographie unter dem Titel „Tod, ein Meister aus Deutschland“ kulturgeschichtlich begründet. Der Meisterdenker Heidegger glaubte 1933/34 als Philosoph über die Politik zu triumphieren: Er war als Rektor der Universität selber ein nationalsozialistischer Heros geworden und nahm an: Ich bin Philosoph und denke in Zusammenhängen der Notwendigkeit. Wenn sich da ein Mann (wie Hitler) „Führer“ nennt, dann ist es eine Denknotwendigkeit, dass der Führer selbst geführt werden muss. Das ist das wissenschaftliche Prinzip der Reflexivität, also gehe ich nach Berlin und sage dem Führer, wenn Sie Führer sind, müssen Sie mich als Führer des Führers akzeptieren.
 
Einseitig.info: Der Untertitel meines Buches heißt „Deutsches Körperweltentheater 1905 bis heute“. Das hat Ihnen auch gefallen, warum?

Brock: Weil die Körperwelten durch Nietzsche und Helmholtz zum zentralen Begriff der wechselseitigen Selbstwahrnehmung von Menschen im Sozialverband wurden. Sie betonten die biocheimische, bioelektrische,  neurophysiologische Basis des Sozialverhaltens. Wer das nicht verstand, konstruierte einen unaufhebbaren Widerspruch zwischen soma und Psyche, Leib und Seele. Die Tätigkeit des Weltaneignungs-, Weltordnungsorgans Hirn, besteht gerade darin, sich im eigenen Körper eine Kontrollinstanz zu schaffen. Das heißt, das Gehirn muss durch die Übertragung aller seiner Operationen auf den eigenen Träger überprüfen, ob es richtig tickt oder nicht. Wenn ein Gehirn ein Urteil über eine Beziehung auf einen fremden äußeren Gegenstand fällt, dann erzeugen seine Urteile im Körper selbst Wirkungen, an denen die Lebensäußerungen abgeglichen werden.

Daran können Sie erkennen, wie durch die neuronale Aktivität das eigene Körperregime umgebildet wird, um letztlich die Kontrolle über die Richtigkeit der eigenen Operationen zu bewahren. Dadurch wurde der Körper zum Ausdruck der geistig-seelischen Kräfte, gemäß dem Ausspruch der Römer in corpore sano, mens sana: das heißt, nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Das bedeutet letztlich, dass der Körper sich aus der Aktivität des Geistes formt. Hier kommen Selbstbeherrschung, Selbstfesselung, Selbsterziehung als Motive ins Spiel. Die gesamte Disziplin der Selbstbeherrschung als Optimierungsstrategie gehört hierher, also das Bodybuilding als eine Ausfüllung der geistigen Kräfte, denn wer Bodybuilding betreibt, muss eine durchaus intelligente und kräftige Psyche haben. Jörg Scheller hat eine Doktorarbeit über Arnold Schwarzenegger eben abgeschlossen, in der dieses Thema im Zusammenhang mit der Pop-Philosophie überzeugend behandelt wird.

Einseitig.info:
Vielen Dank für das Gespräch.


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Peer Zickgraf  17.12.2012blindgif zurück zur Startseite Diesen Artikel lesen Diesen Artikel ausdrucken Möchten Sie den Artikel ''Todespolitik als Welterlösungsstrategie der Deutschen'' weiterempfehlen?
 
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