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Es ist keine Schwarz-Weiß-Malerei, wenn man feststellt, dass die Rollen jenseits des Beckenrandes klar verteilt sind. Die Weißen liegen, die Schwarzen bedienen. - Foto: © disco tobi / photocase.com
Es ist keine Schwarz-Weiß-Malerei, wenn man feststellt, dass die Rollen jenseits des Beckenrandes klar verteilt sind. Die Weißen liegen, die Schwarzen bedienen. - Foto: © disco tobi / photocase.com
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Schwarz-Weiß-Malerei in Uganda?

Über die weiße Magie der Zahlen

Von David Haag

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m Pool des Kabira Country Clubs sind an diesem Samstag Nachmittag noch einige Liegestühle frei, vielleicht, weil am Himmel in der Ferne eine dunkle Gewitterwand droht. Die Palmen, die das etwa 25 Meter lange Becken umrahmen, wirken noch unbeteiligt, es gibt keine nennenswerten Windböen, die einen nahenden Regen ankündigen würden. Für eine dickliche Frau auf einer der Liegen könnte die Zeit noch reichen, um krebsrot zu werden.

Im azurblauen Wasser sind lediglich zwei Köpfe zu erkennen, eine blonde Frau, die sorgsam darauf bedacht ist, ihr Haar im Trockenen zu halten, ein mit Schwimmbrille und Badekappe bewaffneter End-Fünfziger, der wie ein Uhrwerk seine Bahnen zieht. Er scheint häufiger hier zu sein, in diesem Becken, als er sich aus dem Wasser hievt, grüßt er einen jungen Mann, der sich gerade sein Hemd abstreift, danach klopft er einem der ugandischen Schwimmmeister väterlich auf den Rücken. Man kennt sich wohl.

Die Gewitterwand ist inzwischen irgendwo hinter dem Gebäudekomplex des Country Clubs verschwunden, die Sonne ist wie überall in Uganda: heiß. Obwohl der Pool zum Schwimmen einlädt, verlieren sich weiterhin nur wenige Weiße ins Wasser, lieber sucht man andere Wege sich zu erfrischen. Vier Liegen weiter wird bereits die zweite Gin Tonic-Runde eingeläutet, über den Gläserrand schwappt ein breiter amerikanischer Akzent, der sich im starren Lächeln des Angestellten fängt. Wahrscheinlich hätten sich die Worte sonst zwischen Palmen und Sonnenschirmen verloren, kurz, unmerklich, so wie das Lächeln des Angestellten, das, als er sich abwendet, für einen Moment verblasst.

Von Kololo und Nakasero, zwei Stadtteilen der ugandischen Hauptstadt Kampala, wo viele Europäer und Amerikaner leben oder arbeiten, ist es nicht weit bis zum Kabira Country Club, vielleicht fünf bis zehn Minuten im klimatisierten Land Cruiser. 25.000 Schilling später, umgerechnet etwa 8 Euro, ist das chaotische Treiben der Stadt vergessen. Es ist der durchschnittliche Wochenlohn eines Uganders, der als Eintrittsgeld über den Tresen des Empfangs wandert, dafür gibt es das Fitnessstudio inklusive – und das gute Gefühl, unter sich zu sein.

Es ist keine Schwarz-Weiß-Malerei, wenn man feststellt, dass die Rollen jenseits des Beckenrandes klar verteilt sind. Die Weißen liegen, die Schwarzen bedienen. Die Preise machen den Unterschied, die Lohnunterschiede, die zwischen Einheimischen und Expatriats bestehen. Man verdient nicht schlecht als Helfer in Kampala, es reicht allemal für ein großes Haus, ein oder zwei Autos, vier Angestellte. Man schickt seine Kinder auf eine teure internationale Schule, das Schulgeld wird oft von den Arbeitgebern übernommen. Es ist dieser kleine Unterschied, der einem die nachmittägliche Ruhe am Pool schenkt - und den vielen Angestellten am Pool einen vermutlich anständigen lokalen Lohn. In der Welt des Kabira Clubs profitieren zumindest beide Seiten.

Unweit der von Stacheldraht gekrönten Mauern spucken auf der Old Kira Road die Kleinbusse unentwegt Menschen aus. 500 Schilling, 400 Schilling, es wird um die Preise gefeilscht, in seltenen Fällen kommt es vor, dass Leute handgreiflich werden. Für eine Fahrt von der Innenstadt wird meist 700 Schilling verlangt, manche der Busse wollen gar 100 Schilling mehr, die steigenden Benzinpreise, wie sie sagen.

25.000 Schilling oder 100 Schilling, manchmal trennen allein Zahlen Welten.



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David Haag  15.05.2010blindgif zurück zur Startseite Diesen Artikel lesen Diesen Artikel ausdrucken Möchten Sie den Artikel ''Schwarz-Weiß-Malerei in Uganda?'' weiterempfehlen?
 
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