Zur Startseite von www.einseitig.info
blindgif blindgif
 
blackline
Joseph Heinrich Colbin
Joseph Heinrich Colbin
blackline
 
blackline
Was andere denken 
ostsee-urlaub-polen.de 
blackline
 
blackline
Mehr zum Topic 
Romantic Mind Mapping 
blackline
 
blackline
Archiv 
zum kompletten Archiv Hier finden Sie alle Artikel
oder nur die
zum Archiv der Autorin/des Autors  'Michael Stolzke'  der Autorin/des Autors Michael Stolzke
zum Archiv der Rubrik 'Platzanweiser'  der Rubrik Platzanweiser
blackline
 
blackline
Suche 

     
blackline
 
blackline
RSS abonnieren
Informieren Sie sich schnell und komfortabel über neue Artikel bei einseitig.info.

RSS-Feed Neue Artikel als RSS-Feed

Zusätzliche Informationen und weitere RSS Formate finden Sie hier.

blackline
rubriktitel



Aus Pommern gen Pyrenäen

Deutschland und erste Reisen

Von Michael Stolzke

d
er erste Teil der Biographie Joseph Heinrich Colbins, des Autors der „Alpujarras Geschichten“. Der kurze Abriss der Jahre von 1781 bis 1809 zeigt das untypisch Typische eines romantischen Lebenslaufs.

1781
Joseph Heinrich Colbin wird am 30. Januar als zweites Kind von Wilhelm Ludwig Colbin und Katharina Colbin, geborene Geertz, auf dem Landgut der Familie im Bullenwinkel bei Colberg in Hinterpommern – dem heutigen Kolobrzeg – geboren. Sein älterer Bruder Jakob Wilhelm, geboren 1778, stirbt zwei Monate nach Hoseph Heinrichs Geburt. Seine Schwester, Amalie Felicitas, erblickt am 10. Oktober 1782 das Licht der Welt.

Wilhelm Ludwig Colbin bewirtschaftet das kleine Gut im Bullenwinkel, unweit der Lauenburger Vorstadt von Colberg. In jungen Jahren ist er als Steuermann auf Handelsschiffen mehrfach in Afrika und Brasilien und trägt damit ein gewisses Vermögen zusammen. Es gibt Notizen des Sohnes, die nahe legen, dass er über einen holländischen Kaufmann am Sklavenhandel beteiligt war. Wilhelm Ludwig Colbin stammt selbst nicht aus Colberg, zumindest lässt sich der Name nicht vor 1775 in Colberg nachweisen. Seine Frau, Katharina Colbin, ist zwar gebürtige Colbergerin, über ihre Familie ist dennoch kaum etwas bekannt.

1798 – 1800
Studium der Philosophie, Mathematik und Kameralistik in Frankfurt an der Oder. Obgleich Heinrich von Kleist zeitgleich in Frankfurt Vorlesungen belegt, ist kein direkter Kontakt der beiden nachweisbar. Dennoch mag auch für Colbin gelten, was Kleist über das Frankfurter Studium an seine Schwester Ulrike schreibt: „Bei dem ewigen Beweisen und Folgern verlernt das Herz fast zu fühlen; und doch wohnt das Glück nur im Herzen, nur im Gefühl, nicht im Kopfe, nicht im Verstande.“ (12. November 1799)

1800 – 1802
Reisen in die Schweiz und durch Frankreich. Die genaue Reiseroute ist nicht in allen Einzelheiten überliefert – insbesondere der Aufenthalt in der Schweiz. 1802 trifft Colbin in Paris mit Friedrich Schlegel zusammen, der sich dort zu orientalischen Studien aufhält. Mindestens zwei Treffen im August und September in Schlegels Wohnung in der rue de Clichy Nr. 19 in Montmatre sind belegt. Darüber hinaus bezeugen Skizzen Colbin über die Sekte der Assasinen, dass er durch die Studien Schlegels angeregt wurde, sich mit dem Islam und der arabischen Kultur zu beschäftigen. Ein Reflex hierauf findet sich in den späteren „Alpujarras Geschichten“.

1802 – 1804
Auf Vermittlung eines Freundes seines Vaters findet Colbin in der Königsberger Domänenkammer Anstellung. Bei diesem Freund handelt es sich um Johann Christian Ludwig Haken (1767 – 1835). Haken fördert den talentierten Colbin, wird nach dessen mutmaßlichem Tod zu seinem Biografen und – wahrscheinlich auch – zum posthumen Herausgeber der „Alpujarras Geschichten“.

Colbin genießt die seltenen Inspektionsreisen, die mit seinen Aufgaben in der Domänenkammer verbunden sind, entwickelt aber immer mehr Distance und später Abscheu gegenüber den täglichen „stupiden“ Aufgaben im Amt. Nach nicht ganz zwei Jahren gibt er seine Anstellung auf. Aus der Königsberger Zeit sind verschiedene Fragmente eines Reiseromans – bereits mit utopistischen Elementen – sowie einer Tragödie über Dionysos von Syrakus überliefert.

1804
JHC unternimmt eine mehrwöchige Reise ins Rheinland. Im Juli und August begegnet er in Köln wiederholt Friedrich Schlegel. Er hört einige der Vorlesungen Schlegels über die „Europäische Literatur von den Griechen bis in die Gegenwart“, die er wahrscheinlich schon von seinem Pariser Aufenthalt her kennt. In einem Notizeintrag Colbins findet sich ein Hinweis auf einen gemeinsamen Besuch der romanischen Kirchenruine St. Maria im Kapitol, in deren unmittelbarer Nähe Schlegel, aber auch Colbin leben.

1804 – 1806
Joseph Heinrich Colbin ist wieder in Colberg auf dem Landgut der Familie. Verlobung mit Karoline Dresow im März 1805. Aus einer erst zarten Liebe zu der musisch begabten und interessierten Kaufmannstochter entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung, die Colbin ganz im romantischen Gestus in verschiedenen Notizen und Briefen darstellt. Noch im selben Monat wird der Bullenwinkel von den anrückenden Franzosen bedroht, die über Zernin und Tramm kommend nach Colberg marschieren. Wenige Wochen vor der angesetzten Hochzeit stirbt Karoline Dresow im Oktober 1806 bei der Belagerung Colbergs durch die napoleonischen Truppen.

1806 – 1807
Nach dem Tod Karoline Dresows flüchtet Colbin auf abenteuerliche Weise aus dem belagerten Colberg. Preußen steht ganz im Zeichen der kriegerischen Auseinandersetzung und inneren Auflösung. Der König verlegt im Oktober 1806 nach der Doppelniederlage von Jena und Auerstedt die Residenz nach Königsberg. In Berlin marschieren französische Truppen ein.

1807
Tod des Vaters. Wilhelm Ludwig Colbin hinterlässt seinem Sohn und seiner Tochter Amalie Felicitas ein ansehnliches Vermögen. Colbin verzichtet auf die Übernahme des während der Belagerung teilweise zerstörten Landguts und lässt sich den Erbteil komplett auszahlen

1808
Weiterer Aufenthalt in Paris. Über Köln, Koblenz, Heidelberg und Straßburg reist Colbin in die französische Hauptstadt. In Heidelberg besucht er Achim von Arnim. Die beiden gleichaltrigen Männer verstehen sich auf Anhieb. Um so verwunderlicher, dass dieser Kontakt augenscheinlich abbricht, nachdem von Arnim kurz darauf nach Berlin zieht. Die Begegnung mit Clemens Brentano, ebenfalls in Heidelberg, scheint noch inniger und fruchtbarer verlaufen zu sein. In Notizen erwähnt er Brentano als „Bruder im Geiste“ oder „Mann, der von derselben Idee beseelt und getrieben wird“.

1809 (?)
Wann genau Joseph Heinrich Colbin Paris verlassen hat, ist ungewiss. Spätestens im März 1809 verlässt er die französische Hauptstadt und nimmt die Route über Bordeaux nach Navarra, Spanien. Nun beginnen die spanischen Jahre JHC, die produktiv, aber auch sehr zerrissen und politisch bewegt sein werden. Der Gang über die Pyrenäen, Colbin war tatsächlich ab Bordeaux zu Fuß unterwegs, markiert eine gewisse Endgültigkeit in seinem Leben. Colbin wird nie wieder nach Deutschland oder auch nur Frankreich zurückkehren. Das Gebirge zwischen Atlantik und Mittelmeer überquert er nur einmal – in südliche Richtung.

 



Diesen Artikel bookmarken bei...
  • Mr Wong
  • Del.ico.us
  • Reddit
  • Digg

Hinweis: Diese Verlinkungen führen Sie auf externe Seiten.
Bei Wikipedia erfahren Sie mehr zu Soziale Lesezeichen.?

Michael Stolzke  18.02.2005blindgif zurück zur Startseite Diesen Artikel lesen Diesen Artikel ausdrucken Möchten Sie den Artikel ''Aus Pommern gen Pyrenäen'' weiterempfehlen?
 
Blindgif
blindgif
Editorial | Kontakt | Impressum
zurück zur Startseite